SZ110-120 - Bildungszeit: Das Afrikanische Viertel - Stadtplanung, Kolonialgeschichte, Erinnerung

Nächster Termin:
20.03.2023
Kurs endet am:
24.03.2023
Gesamtdauer:
5 Tage
Praktikum:
Nein
Durchführungszeit:
  • Einmalige Tagesveranstaltung
Teilnehmer min.:
8
Teilnehmer max.:
10
Preis:
129,56 € - Preis ermäßigt: 71,56 EUR
Abschlussprüfung:
Nein
Abschlussbezeichnung:
keine Angaben
Zertifizierungen des Angebots:
keine Angaben
Angebot nur für Frauen:
Nein
Kinderbetreuung:
Nein
Link zum Angebot:
Infoqualität:
Suchportal Standard nicht erfüllt - Weitere Informationen

Zielgruppen:
keine Angaben
Fachliche Voraussetzungen:
keine Angaben
Technische Voraussetzungen:
Keine besonderen Anforderungen.
Systematik der Agenturen für Arbeit:
keine Angaben

Inhalte

Das Afrikanische Viertel im Nordwesten des Stadtteils Wedding ist populär. Die Straßennamen in diesem Berliner Wohnviertel erinnern an die deutsche Kolonialgeschichte und die öffentliche kritische Wahrnehmung dieses Bezuges bis in die Gegenwart. Die Wohnbauten vergegenwärtigen den demokratischen Aufbruch und die fortschrittliche Sozialpolitik der ersten deutschen Republik.

Am 24. April 1884 beschloss die Regierung des Deutschen Reiches, die Erwerbung des Kaufmanns Adolf Lüderitz, die Küstenregion um Angra-Pequena im heutigen Namibia, unter ihren Schutz zu stellen und begründete damit die erste deutsche Kolonie in Afrika. In den folgenden Jahren erwarben deutsche Privatleute und Kolonialbeamte weiteres Land: Die Kolonien Togo, Kamerun, Deutsch-Südostafrika wurden gegründet. Mit der Niederlage des Deutschen Reichs im Ersten Weltkrieg übernahmen die Siegermächte den deutschen Kolonialbesitz und teilten ihn unter sich auf.

In den 1920er Jahren wurde das Afrikanische Viertel ein bevorzugter Ort der sozialdemokratischen Wohnungsbauförderung und des Neuen Bauens: Bauten von Ludwig Mies van der Rohe, Bruno Taut und Franz Hoffmann, Paul Mebes und Paul Emmerich, Heinrich Iwan und Stephan von Zamoijski prägen das Viertel.
Die Straßen im Afrikanischen Viertel erhielten ihre Namen in vier politischen Systemen nach früheren deutschen Kolonien – wie Togo und Kamerun – und Völkern, Städten und Flüssen Subsahara-Afrikas. Bis heute bleibt die Namensgebung der Straßen, insbesondere die der personenbezogenen Namen, ein Streitpunkt.
Wie soll im Zuge der Dekolonisation mit dem Afrikanischen Viertel, seinen Straßennamen und seiner Geschichte umgegangen werden? Was wissen wir über die deutsche und europäische Kolonialgeschichte? Was haben wir mit dem Kolonialismus zu tun?
Nutzen Sie das Seminar, um Antworten auf diese Fragen zu erhalten und zu diskutieren! Das Seminar bietet Ihnen Einführungen in Themen der Kolonialgeschichte, Einsicht in zeitgenössisches Text- und Bildmaterial sowie Stadtführungen im Afrikanischen Viertel, der nächsten Umgebung und weiteren Stätten der Kolonialgeschichte in Berlin.

Die Veranstaltung ist nach dem Berliner Bildungszeitgesetz [BiZeitG] in der Fassung vom 5.7.2021 (GVBl. S. 849) als Bildungszeit (ehem. Bildungsurlaub) anerkannt. Der Kurs dient der politischen Weiterbildung nach §10 Absatz 6. Eine Bescheinigung ist erhältlich über service@vhssz.de.
Die Veranstaltung steht auch Interessierten offen, die den Kurs nicht als Bildungszeit belegen möchten oder können.

Alle Angaben ohne Gewähr. Für die Richtigkeit der Angaben sind ausschließlich die Anbieter verantwortlich.

Erstmals erschienen am 21.10.2022, zuletzt aktualisiert am 30.01.2023